Koffer beschädigt – was tun bei Flugschäden

Koffer beschädigt – was tun bei Flugschäden?

Wenn man wie ich gerne und viel reist, passiert schon einmal das eine oder andere Unvorhergesehene. So erging es mir am Ende meines letzten Kurzurlaubs während der Semesterferien, als ich am Gepäckband des Flughafens einen Trolley entgegennahm, der nur noch drei anstatt vier Rollen hatte. Was sich für viele wie der Horror schlechthin anhört, ist halb so wild, wenn man weiß, was in so einer Situation zu tun ist.

 

Warum kommt mein Gepäckstück beschädigt zurück?

Zunächst einmal ist es vollkommen egal, ob man mit einer Billigfluggesellschaft oder einer Fünf-Sterne-Airline unterwegs ist, denn: Das Handling des Gepäcks übernehmen die Vorfeldmitarbeiter des Flughafens. Deren Arbeitsalltag besteht daraus, Koffer für Koffer und Reisetasche für Reisetasche zwischen Transportwägen, Förderbändern und Flugzeugen hin- und herzubewegen – von Hand. Bei der Menge an Reisegepäck, die tagtäglich ihren Weg über das Flughafengelände nimmt plus dem immer zunehmenden Zeitdruck, ist es geradezu offensichtlich, dass nicht jeder einzelne Koffer mit Samthandschuhen angefasst wird. Stattdessen fliegt das Gepäck bereits vor dem Abflug schon durch die Gegend, wird aufeinandergeworfen oder fällt sogar vom Transportwagen.  Was ich da schon alles vom Flugzeug aus beobachtet habe…

 

Welche Arten von Beschädigungen können auftreten?

Bei dieser Art von Umgang ist natürlich eine Vielzahl von Flugschäden möglich. Das Spektrum reicht hier von kleineren Schäden wie fehlenden Rollen oder Griffen bis hin zu gravierenden Beschädigungen wie Rissen in der Außenschale oder kaputten Reißverschlüssen.

√          Gepäck nach Erhalt sorgfältig auf Schäden überprüfen

 

Was ist zu tun, wenn Koffer oder Tasche beschädigt zurückkommen?

Zunächst einmal die gute Nachricht vorweg: Als Passagier bleibt man auf einem derartigen Schaden nicht sitzen. Dafür sorgt das weltweit gültige Montrealer Abkommen, das die Fluggesellschaften bei Flugschäden in die Pflicht nimmt. Allerdings funktioniert das Ganze nicht ohne Eigeninitiative. Zudem müsst Ihr unbedingt beachten, dass etwaige Beschädigungen in keinem Fall unter den Garantieanspruch Eures Gepäckstücks fallen.
Im günstigsten Fall bemerkt Ihr wie ich den Schaden bereits am Flughafen und könnt umgehend handeln. Haltet zunächst einmal Ausschau, ob sich unter den zahlreichen Schaltern um die Gepäckausgabe herum auch einer Eurer Airline befindet. Seid Ihr gerade am Heimatflughafen der betroffenen Fluglinie, solltet Ihr auf jeden Fall Glück haben. Falls nicht, begebt Euch bitte zum jeweiligen Check-in-desk im Terminal. Wurde Euer Flug von einer anderen Fluggesellschaft als Ihr gebucht habt durchgeführt (zum Beispiel sogenannte Code-Sharing-Flüge), dann ist der Schaden bei der durchführenden Airline zu melden. Falls Ihr die Möglichkeit habt und auf Nummer sicher gehen wollt, meldet Euch bei beiden Fluglinien. Die freundlichen Mitarbeiter erstellen dann für Euch einen Schadensbericht (PIR).
Kleinere, nicht sofort offensichtliche Schäden fallen meistens erst zu Hause auf. Ist dies der Fall, heißt es vor allem eins: Schnell sein. Ein Ersatzanspruch besteht nämlich nur, wenn der Schaden innerhalb von sieben Tagen nach Flugdatum gemeldet wird. Dazu müsst Ihr einige Daten bereithalten. Dazu zählen natürlich Euer Name, Flugnummer und -datum, eine Beschreibung des Schadens einschließlich Fotos, der Gepäckanhänger und das Alter sowie der Kaufpreis des Gepäckstücks. Sollte auch der Inhalt in Mitleidenschaft gezogen worden sein, ist das genauso zu melden.

√          Kein Garantieanspruch bei Flugschäden

√         Schaden melden (direkt am Flughafen oder zu Hause über Website der Airline)

√         Flugdaten und persönliche Daten bereithalten

 

Wie geht es dann weiter?

Wie genau der Schaden beglichen wird, bestimmt jede Fluggesellschaft für sich. Wenn der Koffer oder die Reisetasche schon völlig unbrauchbar auf dem Gepäckband anrollt, wird Euch die Airline ein Ersatzgepäckstück aushändigen. Bitte bedenkt, dass Ihr dabei wenn überhaupt keine sonderlich große Auswahl haben werdet. Ansonsten wird sich Eure Airline recht bald mit Euch in Verbindung setzen. Ich wurde gebeten bei einem unabhängigen Sachverständigen in meiner Nähe ein Gutachten erstellen zu lassen, welches den Schaden dokumentiert. Anhanddessen entscheidet die Fluggesellschaft, ob sie die Reparaturkosten übernimmt, Euch ein neues Gepäckstück zusendet (hier ist die Auswahl zwar größer als direkt am Flughafen, mit einzelnen Abweichungen müsst Ihr dennoch rechnen) oder euch einen bestimmten Geldbetrag gutschreibt. Letzterer orientiert sich an Kaufpreis und –datum des Koffers.
In meinem Fall entschied man sich für eine Reparatur, es fehlte ja schließlich nur eine Rolle. Die bekam ich dann schnell und unkompliziert über meine nächstgelegene Koffer Kopf Filiale wieder montiert.

√         Gutachten von einem unabhängigen Sachverständigen erstellen lassen

√          Rechnung bereithalten

 

Wie kann ich eine Beschädigung meines Gepäcks verhindern?

Während man der groben Behandlung am Flughafen nur wenig entgegensetzen kann, lässt sich bereits beim Packen das Risiko von Beschädigungen verringern. Dabei ist vor allem der Beladungszustand entscheidend und das in beide Richtungen. Einem nur halbvoll beladenen Trolley fehlt es zuweilen an Stabilität. Da tut es dem Koffer dann auch nicht gerade gut, wenn er unter mehreren anderen Gepäckstücken begraben wird. Auf der anderen Seite sollte man einen Koffer nicht übervoll bepacken, denn eine unter Spannung stehende Außenschale gibt Ecken oder Kanten deutlich leichter nach.
Falls es sich doch einmal nicht verhindern lässt, dass der Koffer voller wird als gedacht, können ihm praktische Helfer wie eine Kofferschutzhülle und ein Koffergurt zusätzlichen Schutz verschaffen.
Mittlerweile bieten so gut wie alle Flughäfen außerdem einen (entgeltlichen) Gepäckwrapping-Service an. Dabei wird Euer Trolley in mehrere Schichten Folie eingewickelt, Rollen und Griffe bleiben dabei frei. Beachtet bitte, dass das geschieht, bevor das Gepäck durch die Sicherheitskontrolle läuft. Sollte der Koffer geöffnet werden müssen, muss auch die Folie entfernt werden und Eure Investition war umsonst. Gleichzeitig bedeuten solche Folien für den Einmalgebrauch auch eine gewisse Menge an Plastikmüll.

Ihr seht, unverhofft kommt manchmal oft, jedoch braucht man nicht in Panik zu verfallen, denn es lässt sich für alles eine Lösung finden.

 

Bis bald,


Euer Konrad

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